Flyswatter

FLYSWATTER Black And Blue

Chiller Lounge/Connected V.Ö.: 26.02.2001

Von: SCHMERZKEKS 14.04.2002 / 15:39

Als ich heute morgen aufstand, habe ich mir eine Tasse Kaffee gemacht. So oder so ähnlich läßt sich die Relevanz des neuesten Flyswatter-Debuts Black and Blue umschreiben. Nachdem die Kombo monatelang durch halb Europa tourte und allerorten verkündete, ein Album von der Größe von The Dark Site of the Moon zu gebären, war meine Erwartungshaltung beträchtlich gesunken, so dass ich die Songs einfach aus dem Internet runtergeladen habe. Dabei fiel mir auf, dass Audiogalaxy offenbar Flyswatter dem Dunstkreis von Bands wie den Rolling Stones, Weezer (die mit ihrem neuen Album Pinkerton bald die deutschen Stadien rocken werden), Mum & Dad sowie dem australischen indie-hiphop-Projekt Deltron 3030 zuordnet. Letztgenannte haben in den vergangenen Monaten mit einer Reihe von EPs auf sich aufmerksam gemacht, die den Genres Hiphip, Death Metal und Minimal Techno den wohlverdienten Garaus bereiten dürften, was aber nicht passieren wird, denn wir laden sie ja alle nur aus dem Internet runter. Das Cover der neuesten Flyswatter-Scheibe erinnert an ein schwangeres Strichmännchen ohne Augen, und wenn man es irgendwann schafft, sie die MP3s tatsächlich am Stück anzuhören, schließt sich ein metaphorischer Kreislauf der Lyrics, Sound und Artwork in sich umschließt, der sich mit einer unfassbaren Eleganz auf einen herabsenkt, allenfalls vergleichbar mit den ersten drei Staffeln der Lindenstraße. Das Gitarrenspiel des bereits von diversen Eurodance-Fusion-Compilations Philip Neuhheim erinnert schmerzhaft an die letzten Tage der wahren Genesis, vereinigt sich an manchen Stellen aber mit dem Gesang von Tony Cottura zu wohlklingenden Harmonien. Bedauerlich nur dass er auf dieser Platte nur auf zwei Songs singt (Rap ist kein Gesang !!). Fazit: Deltron 3030 sollten ihre Tracks auf Audiogalaxy sperren, und wenn ich zu früh am Morgen Kaffee trinke, kriege ich Sodbrennen.

6/12